Gitarre
Italienisch, Ende 18. Jahrhundert
Sign.: "Gennaro Fabricatore / Fecit in Neapoli Anno 1790 / Strada S. Giacomo N. 37." (Druckzettel)
Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig, Inv.-Nr. 556
556 r
Beschreibung
Mensuren Gesamtlänge des Instruments 930
Saitenmensur 650
Länge der ungegriffenen Saite e1  
Halsmensur 306,5
Saitenabstand am Obersattel 6,1 außen / 7,4 mittig
Saitenabstand am Untersattel 9,6 - 10,3
Saitenlage am I. Bund 1,2
Saitenlage am XII. Bund  
Saitenhöhe über der Decke 6,2
Griffbrett Material Das Griffbrett ist gänzlich mit Knochen, Schildpatt und Perlmutt belegt. Die Ritztechnik auf der Kopfplatte wird dort weitergeführt. Knochen faßt das gesamte Griffbrett ein. Seitlich links fehlt die Schildpattauflage, darunter ist helles Holz sichtbar.
Griffbrettform  
Griffbrettwölbung minimal (Bünde sind gewölbt)
Griffbrettlänge  
Griffbretthöhe am Obersattel  
Griffbretthöhe über der Decke ca. 1mm
Griffbrettbreite am Obersattel 43,1
Griffbrettbreite am 11. Bund 53,9
Bundmarkierung  
Bünde Material  
Breite des Bunddrahtes 0,3
Anzahl der Bünde 11
Anbringungsart Die Metallbünde mit rechteckigem Querschnitt stecken in passenden Schlitzen. Sie hören am Korpusanfang mit dem 11. Bund auf. Die Verzierung hingegen läuft leicht erhöht bis zum Schallochrand weiter.
Bundabstände
Bund in mm
1. 39,17
2. 73,36
3. 104,76
4. 134,53
5. 164,61
6. 191,64
7. 217,27
8. 241,46
9. 265,51
10. 286,81
11. 306,72
Anmerkung sehr frühes Beispiel für die Verwendung der 650er Mensur (vgl. Romanillos 1990, S. 147)
Obersattel 3,3 / Knochen
Korpus Form  
Korpuslänge 453
Max. Korpusbreite am Oberbug 224,5 bei 361,5 Kl
Min. Korpusbreite am Mittelbug 158,5 bei 253,5 Kl
Max. Korpusbreite am Unterbug 287,5 bei 95 Kl
Korpushöhe
- am Hals
- am Oberbug
- am Mittelbug
- am Unterbug
- am Endklotz

79
80,4
84,5
91
100,5
Halsklotz  
Endklotz  
Endknopf  
Lackierung  
Decke Material Die Decke ist aus zwei unterschiedlichen Teilen Fichte gefugt.
Kehlung der Decke  
Deckenüberstand  
Deckenlänge  
max. Deckenbreite  
Schallochdurchmesser 83 bei 281,5 Kl
Schallocheinfassung Die Rosette besteht aus Muschelornamenten, die von rotem Kitt umgeben sind. Innen schließen 3 (braun/weiß/braun) und außen 2 (weiß/braun) Späne die Rosette ab. D:118; B: 17,8
Randeinlagen  Die Randeinlage aus Perlmutt und rotem Kitt läuft am "Griffbrett" auf der Decke entlang bis zum Schalloch.
Deckenstärken  
Wölbungshöhe der Decke  
Deckenbeleistung Im Innern kann man vier Bodenbalken ausmachen, die flach auslaufen. Der oberste Balken sitzt auf Konsolen, die fast bis zur Decke reichen. Die Decke wird von drei Querbalken gestützt: ober- und unterhalb des Schalloch und zentral im Unterbug. Dieser Balken fällt zum Bass hin gleichmäßig ab. Vom Oberklotz bis zum Schalloch verläuft ein ca. 1-2 mm hohes Futter. Die Verbindung von Zarge zu Boden übernehmen Papierstreifen, mit anderem Papier ist die Zarge rechts unterstützt wurden. Decke und Zargen halten dünne Holzreifchen zusammen. Ein Blick durch das Schalloch lässt vermuten, daß der Hals mit einem Nagel am Korpus befestigt wurde.
Randeinlagen/Zierspäne B: 6,5
Färbung; Beizung Auf der Decke kann keine geschlossene Lackschicht z.B. durch Schellack ausgemacht werden, trotzdem erscheint das Holz versiegelt.
Boden Material  
Kehlung  
Bodenlänge 471
Max. Bodenbreite  
Bodenüberstand  
Bodenstärke  
Wölbungshöhe des Bodens  
Beleistung  
Fugbelag  
Randeinlagen, Dekor  
Färbung; Beizung  
Zargen Material Die Zargen sind wie der Boden aus dunkel gefärbtem hellen Holz, vermutlich Ahorn. Am Zäpfchen befinden sich große Risse in den Zargen, ebenso in der linken Zargenhälfte, die aber schon mit schwarzem Kitt kaschiert wurden. Am Endklotz sieht es nicht besser aus: Hier sind die Zargen verbeult, gerissen und ausgebessert. Ein Endknopf findet hier Verwendung.
Anzahl  
Zargenhöhe  
Zargenhöhe am Oberklotz  
Zargenhöhe an der Taille  
Zargenhöhe am Unterklotz  
Zargenstärke  
Randeinlagen an den Zargen  
Reifchen, Konsolen  
Zargenzusammenschnitt  
Färbung; Beizung  
Hals Material  
Halslänge  
Halsstärke 14 / 19,5
Halsbreite oben/unten 43,1 / 53,9
Hals-Kopf-Winkel  
Stellung des Halses  
Hals-Korpus-Verbindung  
Hals-Kopf-Verbindung  
Lackierung  
Wirbelkasten Material  
Größe  
Kopfplatte 162 x (77 ... 50 ... 64,5) x (9,5 .... 14)
Gestaltung Die Kopfplatte ist beidseitig mit Palisander furniert. Unter der braunen Farbschicht kann man seitlich jedoch helles Holz ausmachen. Als Verzierung dienen auf der Oberseite Perlmutt und Knochen. In den Knochen wurde eine Blumenornamentik eingeritzt, die zur Hervorhebung mit roter Farbe aufgefüllt wurde. Die Saiten sind an 6 hinterständigen Holzwirbeln aus schwarz gefärbtem Holz befestigt. Die Kopfplatte selbst mit einem runden Schwalbenschwanz am Hals verbunden.
Wirbelform; Mechanik  
Steg Stegform Der Steg ist ein Steckersteg mit fester Saitenauflage aus Knochen. Er ist rechteckig und geht abrupt in ein Blumengeranke aus dem gleichen Material (Palisander) über, welches einen großen Teil des Unterbugs bedeckt. Die Stecker haben unterschiedliche Durchmesser in ihren Verzierungen.
Material  
Stegmaße 21,7 x 87,8
Stegeinlage  
Länge der Stegeinlage 77,4
Steghöhe 3,8
Steglage  
Saitenaufhängung  
Quellen Literatur Kinsky 1912, S. 149; Neumann 2002
Abbildungen  
Philipp Neumann
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© STUDIA INSTRUMENTORUM MUSICAE 2003