| Gitarre ("Enharmonic Guitar") | |||||
| Louis Panormo, London 1829 | |||||
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| Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig, Inv.-Nr. 566 | |||||
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| Beschreibung | |||||
| Mensuren | Gesamtlänge des Instruments | 981 | |||
| Saitenmensur | 636/639; die Mensur verhält sich zur Deckenlänge wie die Deckenlänge zur Breite des Unterbugs: Mensur : Deckenlänge = Deckenlänge : Unterbug = 1,3 | ||||
| Länge der ungegriffenen Saite e1 | |||||
| Halsmensur | |||||
| Saitenabstand am Obersattel | |||||
| Saitenabstand am Untersattel | |||||
| Saitenlage am I. Bund | |||||
| Saitenlage am XII. Bund | |||||
| Saitenhöhe über der Decke | |||||
| Griffbrett | Material | Buchsbaum | |||
| Griffbrettform | |||||
| Griffbrettwölbung | stark gewölbt; quer ca. 2 | ||||
| Griffbrettlänge | 427,5 | ||||
| Griffbretthöhe am Obersattel | 2 | ||||
| Griffbretthöhe über der Decke | 5 | ||||
| Griffbrettbreite am Obersattel | 47,1 | ||||
| Griffbrettbreite am 12. Bund | 58,7 | ||||
| Bundmarkierung | |||||
| Bünde | Material | Silber | |||
| Breite des Bunddrahtes | |||||
| Anzahl der Bünde | 18 x 6 Steckbünde; Silber, die variabel in 93 x 12 kleine Löcher auf dem Griffbrett gesteckt werden können | ||||
| Anbringungsart | die kleinen, zweifüßigen Steckbünde können auf dem mit entsprechenden Lochbohrungen versehenem Griffbrett versetzt werden | ||||
| Bundlänge und -breite | 8 x 15 | ||||
| Bundabstände | |||||
| Obersattel | 52 | ||||
| Korpus | Form | Die Breite des Unterbugs verhält sich zur Breite des Oberbugs wie letztere zur Breite der Taille: Unterbug : Oberbug = Oberbug : Taille = 6 : 5 | |||
| Korpuslänge | 481 | ||||
| Max. Korpusbreite am Oberbug | 301 bei 399 | ||||
| Min. Korpusbreite am Mittelbug | 251 bei 301 | ||||
| Max. Korpusbreite am Unterbug | 365 bei 132 | ||||
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Korpushöhe - am Hals - am Oberbug - am Mittelbug - am Unterbug - am Endklotz |
81,5 85 86-87,5 90 90,3 |
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| Halsklotz | |||||
| Endklotz | 6 ausgedübelte Löcher über dem Endknopf (Durchmesser 4) in gleichmäßigem Abstand | ||||
| Endknopf | Palisander | ||||
| Lackierung | |||||
| Decke | Material | Fichte; einteilig (?) | |||
| Kehlung der Decke | - | ||||
| Deckenüberstand | - | ||||
| Deckenlänge | 482 | ||||
| max. Deckenbreite | |||||
| Schallochdurchmesser | 93 bei 152 Kl | ||||
| Schallocheinfassung | 2,5 / 2,5 / 10,5 | ||||
| Randeinlagen | Palisander- und Ahornspäne; Breite 6 | ||||
| Deckenstärken | 2,2 ... 3,3 | ||||
| Wölbungshöhe der Decke | |||||
| Deckenbeleistung | zwei Querbalken ober– und unterhalb des Schallochs; 7 Fächerleisten, von den die mittleren 3 parallel verlaufen; durch eine halbkreisförmige Konsole mit dem unteren Schallochbalken verbunden und dadurch gestützt; Querbalken sitzen auf Konsolen am Rand; Halsstöckel reicht bis auf ca. 1,5 cm an den oberen Deckenbalken | ||||
| Färbung; Beizung | Spirituslack | ||||
| Boden | Material | Palisander; zweiteilig | |||
| Kehlung | |||||
| Bodenlänge | 484 | ||||
| Max. Bodenbreite | |||||
| Bodenüberstand | - | ||||
| Bodenstärke | |||||
| Wölbungshöhe des Bodens | |||||
| Beleistung | zwei Balken, die flach zu den Zargen hin auslaufen | ||||
| Fugbelag | Breite 32 | ||||
| Randeinlagen, Dekor | Mittelfuge aus 3 Spänen | ||||
| Färbung; Beizung | |||||
| Zargen | Material | Palisander | |||
| Anzahl | |||||
| Zargenhöhe | |||||
| Zargenhöhe am Oberklotz | |||||
| Zargenhöhe an der Taille | |||||
| Zargenhöhe am Unterklotz | |||||
| Zargenstärke | |||||
| Randeinlagen an den Zargen | |||||
| Reifchen, Konsolen | |||||
| Zargenzusammenschnitt | |||||
| Färbung; Beizung | |||||
| Hals | Material | Mahagoni | |||
| Halslänge | 499 | ||||
| Halsstärke | 18 / 23 | ||||
| Halsbreite oben/unten | |||||
| Hals-Kopf-Winkel | |||||
| Stellung des Halses | |||||
| Hals-Korpus-Verbindung | |||||
| Hals-Kopf-Verbindung | mit Zapfen verbunden | ||||
| Lackierung | |||||
| Wirbelkasten | Material | ||||
| Größe | |||||
| Kopfplatte | geriegeltem Ahorn; 179 x 22,2 x 60,8 – 74,3 | ||||
| Gestaltung | |||||
| Wirbelform; Mechanik | Wellenabstand 34; Wellendurchmesser 9,3 – 9,8 | ||||
| Steg | Stegform | Knöpfchensteg; nicht Original | |||
| Material | |||||
| Stegmaße | 25,2 x 126,2 | ||||
| Stegeinlage | |||||
| Länge der Stegeinlage | |||||
| Steghöhe | |||||
| Steglage | |||||
| Saitenaufhängung | |||||
| Quellen | Literatur | Kinsky 1912, S. 153; Evans 1977, S. 50 | |||
| Abbildungen | Kinsky 1912, 262 (Nachbildung des Zettels); Baines 1966, Abb. 304; Evans 1977, 50 | ||||
| Kommentar (Philipp Neumann) | |||||
| Die Gitarre wurde von Panormo nach einer Idee von General
Thompson gebaut. Interessant ist – neben dem enharmonischen Griffbrett - die relativ
große Form, die stark von seinen üblichen an Pagés orientierten Modellen abweicht.
Weiterhin wirft das Griffbrett Fragen auf: Es schwebt über der Decke und ist in
Querrichtung relativ stark gewölbt. Beides konstruktive Elemente, die eher im
Streichinstrumentenbau als im Gitarrenbau beheimatet sind. Eine weitere Frage wäre
das Fehlen eines Originalsteges vor der Restaurierung und die Existenz der 6 kleinen
Löcher am Endklotz, die genau für eine Saitenpositionierung geeignet wären. Diese
unterständige Befestigung würde mit den genannten Methoden aus dem Geigenbau gut
zusammenpassen. In diesem Zusammenhang muß man auch berücksichtigen, daß alle 108 Originalsteckbünde noch erhalten sind, d.h. die Gitarre wurde im Laufe der Zeit sehr sorgsam behandelt. Es besteht deswegen eigentlich kein Grund, weswegen sich der Originalsteg von alleine hätte lösen sollen, da ja Panormo schon damals wegen seiner guten Arbeit bekannt war und sicherlich auch einen Steg dauerhaft aufleimen konnte. Daraus läßt sich also folgende Hypothese ableiten: Panormo baute nicht eine herkömmliche Gitarre mit einem anderen Griffbrett, sondern veränderte bei diesem Experiment auch weitere Details der Gitarre. Dabei verwendete er Konstruktionen aus dem Streichinstrumentenbau sowohl in der Beschaffenheit des Griffbretts als auch in der Art der Saitenbefestigung und daraus folgernd dem Vorhandensein eines nicht fest geleimten Aufstellsteges. So wäre zu erklären, warum der Originalsteg nicht mehr vorhanden ist. Er könnte im Zuge eines Umbaus zum Stand vor der Restaurierung durch eine andere Person bewußt entfernt worden sein. Dabei wurden auch die Löcher im Endklotz "unsichtbar" gemacht. Gegen diese Theorie spricht allerdings die Stimmabbildung aus Thompson Anleitung für die enharmonische Gitarre. Dort ist die Gitarre mit einem herkömmlichen Steg ausgestattet. Auf der anderen Seite handelt es sich dabei um eine schematische Darstellung, bei der es nicht auf Stegform, sondern die Position der Bünde ankommt. Die Gitarrenform entspricht jedenfalls nicht dem Umriß der Gitarre aus Leipzig. Es wäre weiterhin auch möglich, daß Panormo verschiedene Modelle der enharmonischen Gitarre gebaut hat. Auf jeden Fall vergrößert Panormo mit seiner Gitarrenform, die von ihrer Konstruktion etwas von den alten Methoden abweicht, nicht nur die Klangfläche, sondern auch die Möglichkeiten der Gitarre. Dies könnte durchaus auch Antonio de Torres in seiner Arbeit beeinflußt haben oder zeigt zumindest, das eine Tendenz zur Vergrößerung auch schon vor Torres existierte. Mit diesem Instrument liegt ein früher Versuch vor, den Kompromiß der Temperierung zugunsten einer reinen Stimmung aufzugeben: "This is a piece of musical radicalism; and like other pieces of radicalism it will succeed in the end if it is right" (General Thompson). |
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| Philipp Neumann | |||||
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| © STUDIA INSTRUMENTORUM MUSICAE 2003 | |||||